Die Auffindung der Reliquien des Ehrwürdigen Sergius von Radonesch

Die Auffindung der Reliquien des Ehrwürdigen Sergius von Radonesch


Als Moskau und seine Umgebung von den Tatarenhorden unter Jedigei überfallen wurden, wurde das Troizki-Kloster geplündert und niedergebrannt. Die Mönche unter der Führung des Abtes Nikon flüchteten in die Wälder und nahmen Ikonen, heilige Gefäße, Bücher und andere Heiligtümer mit, die mit dem Andenken des Ehrwürdigen Sergius verbunden waren. Am Vorabend des tatarischen Überfalls erschien dem Abt Nikon im Traum der Ehrwürdige Sergius; er unterrichtete seinen Nachfolger über die bevorstehenden Prüfungen und sagte ihm zum Trost, dass die Bedrängnis nur von kurzer Dauer sein werde, dass das heilige Kloster aus der Asche wiederauferstehen und groß werden werde. Tatsächlich kehrten die Mönche bald zurück und fassten den Entschluss, anstelle der von den Tataren niedergebrannten Kirche eine neue Kirche im Namen der Lebensspendenden Dreifaltigkeit zu errichten. Da erschien der Ehrwürdige erneut – diesmal einem frommen Laien – und ließ dem Abt und der Bruderschaft ausrichten: „Warum lasst ihr mich so lange im Sarg liegen, im Wasser, das meinen Leib bedrückt?“ Und bald darauf, beim Bau der Kathedrale, als man Gräben für das Fundament aushob, wurden die unverwesten Reliquien des Ehrwürdigen entdeckt. Alle sahen, dass nicht nur der Leichnam, sondern auch die Kleidung, die er trug, unversehrt waren, obwohl rund um das Grab tatsächlich Wasser stand. Im Jahr 1426 wurde die steinerne Dreifaltigkeitskathedrale geweiht, und die Reliquien des Ehrwürdigen Sergius wurden feierlich dorthin überführt. Die Reliquien des Sergius von Radonesch sind bis heute die wichtigste Reliquie der Dreifaltigkeits-Sergius-Lawra.