Die orthodoxe Kirche feiert am 14. Januar das Fest der Beschneidung des Herrn.
Die Überlieferung des Evangeliums besagt, dass Jesus Christus am achten Tag nach seiner Geburt gemäß dem alttestamentarischen Gesetz beschnitten wurde. Der Ritus wurde für alle männlichen Säuglinge als Zeichen des Bundes Gottes mit dem Stammvater Abraham und seinen Nachkommen eingeführt.
Bei der Durchführung dieses Ritus wurde dem göttlichen Kind der Name Jesus („Retter“) gegeben (siehe Matthäus 1, 21), den der Erzengel Gabriel bereits am Tag der Verkündigung an die Jungfrau Maria ausgesprochen hatte.
Nach der Auslegung der Kirchenväter ließ sich Gott der Sohn beschneiden, um den Menschen ein Beispiel für die strikte Einhaltung der göttlichen Gebote zu geben und damit niemand später daran zweifeln konnte, dass Er ein wahrer Mensch war und nicht, wie einige Ketzer lehrten, nur ein Träger von Scheinfleisch.
Im Neuen Testament wurde dieser Brauch der Beschneidung durch das Sakrament der Taufe ersetzt, dessen Vorläufer er war.
Metropolit Makarios wurde im Jahr 1482 geboren. Der Vater des zukünftigen Heiligen starb früh, seine Mutter trat in ein Kloster ein. Damals beschloss der zukünftige Heilige, sich dem Dienst Gottes zu widmen. Im Alter von vierundvierzig Jahren wurde er Erzbischof von Nowgorod und Pskow und zwanzig Jahre später neuer Metropolit von Moskau. Zu dieser Zeit war Russland das einzige orthodoxe Land, das nicht unter fremder Herrschaft stand. Sowohl der Primas der Russisch-Orthodoxen Kirche als auch das Oberhaupt des orthodoxen Staates erlangten dadurch einen neuen, höheren Status. Im Jahr 1547 fand in Moskau zum ersten Mal in der Geschichte eine Krönungszeremonie statt. Johann der IV. wurde zum Zaren gekrönt, der spätere Iwan der Schreckliche. Das Sakrament vollzog Metropolit Makarios. Fünf Jahre später segnete er den Zaren für seinen Feldzug nach Kasan und sagte ihm den Sieg voraus. Unter den anderen Verdiensten des Metropoliten ist besonders seine Sorge um die Verehrung der russischen Heiligen hervorzuheben. Er berief zwei Konzile ein, auf denen unter anderem Fürst Alexander Newski und der ehrwürdige Savva Storozhevsky heiliggesprochen wurden. Makarios förderte den russischen Buchdruck, unter ihm entwickelte sich die Ikonenkunst und es wurden Kirchen gebaut. Die Liebe des Volkes zu dem Heiligen war so groß, dass die Verehrung des Metropoliten als Heiliger praktisch unmittelbar nach seinem Tod begann.


