Die 40 Märtyrer von Sebaste

Die 40 Märtyrer von Sebaste

Im Jahr 313 unterzeichnete Kaiser Konstantin der Große ein Edikt, durch das Christen den Heiden gleichgestellt wurden. Doch sein Mitregent Licinius verfolgte das Christentum weiterhin und versuchte, es auszurotten. In seinem Teil des Reiches führte er sogar in der Armee Säuberungsaktionen durch. In der Stadt Sebaste, die heute in einer der Regionen der Türkei liegt, diente eine Truppe von vierzig Kriegern. Sie alle waren Christen. Die Truppe weigerte sich, den heidnischen Göttern ein Opfer darzubringen. Da ersann der Herrscher eine raffinierte Folter für sie. Es war Winter, es herrschte starker Frost. Die Krieger wurden an das Ufer eines mit Eis bedeckten Sees geführt und ins Wasser getrieben. In der Nähe flackerte freundlich das Licht einer beheizten Badehütte – den Märtyrern genügten wenige Schritte, um sich zu wärmen. Die Krieger ertrugen die Qual tapfer. Erst gegen Morgen hielt es einer nicht mehr aus und rannte in Richtung der Wärme. Kaum hatte er die Tür der Badehütte geöffnet, fiel er tot um. Zu dieser Zeit schlief ein Wächter namens Aglaios nicht. Er blickte auf den See und sah über dem Kopf jedes Märtyrers einen leuchtenden Heiligenschein. Aglaios weckte die Wachen, warf seine Kleider ab und stieg in das Wasser des Sees. „Auch ich bin Christ!“, verkündete er. Am Morgen wurden alle Soldaten von Sebaste und Aglaios hingerichtet. Die Christen begruben die Überreste der Märtyrer in Ehren.