Die Geburt des ehrbaren und ruhmreichen Propheten, Vorläufers und Täufers des Herrn, Johannes
Die frommen Zacharias und Elisabeth lebten vor mehr als zweitausend Jahren in der Nähe von Hebron. Bis ins hohe Alter blieben sie kinderlos, und als Elisabeth schwanger wurde, verbarg sie ihre späte Schwangerschaft aus Angst vor Spott. So verging ein halbes Jahr, bis die Jungfrau Maria zu Elisabeth kam, um ihre Freude darüber zu teilen, dass bald das Christuskind bei ihr geboren werden würde. Elisabeth erkannte in ihrer Besucherin sofort nicht nur eine junge Verwandte, sondern die Mutter Gottes. Zusammen mit ihr begrüßte auch der heilige Johannes mit freudigem Strampeln im Schoß seiner Mutter die allerseligste Jungfrau Maria und den in ihr Mensch gewordenen Sohn Gottes. Diese erstaunliche Begegnung zweier Frauen, die eine kostbare Last trugen, ist auf der Ikone „Der Kuss der Elisabeth“ verewigt. Als Herodes, verängstigt durch die Erzählung der Weisen von der Geburt des Königs, begann, alle Säuglinge zu töten, flohen Elisabeth und ihr Sohn, der gerade einmal ein halbes Jahr alt war, in die Berge. Sie lebten in einer Höhle, neben der eine Quelle sprudelte und eine Dattelpalme wuchs – von deren Früchten ernährten sich die Flüchtlinge. Der Überlieferung zufolge starb die gerechte Elisabeth 40 Tage, nachdem Herodes ihren Mann, den Priester Zacharias, getötet hatte. Von diesem Zeitpunkt an wuchs der heilige Johannes in der Wüste auf, von Gott beschützt und von einem Engel ernährt, um eines Tages den Menschen zu erscheinen und das Kommen Christi, des Erlösers, zu verkünden.
