Das wundertätige Bildnis der Mutter Gottes „Die Herrschende“ wurde im Jahr 1917 am Tag der Abdankung von Kaiser Nikolaus II. gefunden. Der Bäuerin Evdokija Andrianowa erschien zweimal die Allerheiligste Gottesmutter und wies auf die Kirche im Dorf Kolomenskoje hin, wo eine vergessene schwarze Ikone zu finden sei. Im Keller der Kirche der Himmelfahrt des Herrn wurde eine große, vom Zahn der Zeit verdunkelte Ikone gefunden. Als man sie restaurierte, sah man die Darstellung der Königin des Himmels als Königin der Erde. Die Gottesmutter thronte auf einem Thron, gekleidet in ein Gewand, das an eine königliche Mantie erinnerte. In ihrer rechten Hand hielt sie ein Zepter, die linke Hand ruhte auf einem Reichsapfel, auf dem Kopf trug sie eine Königskrone, umgeben von einem goldenen Heiligenschein. Auf den Knien der Gottesmutter saß der junge Jesus Christus in hellem Gewand, die rechte Hand zum Segen erhoben. Das Zusammentreffen der Erscheinung der Ikone mit der Abdankung des Kaisers sowie die Besonderheiten des offenbarten Bildnisses wurden vom Volk als Symbol gedeutet. Dies ist ein symbolisches Zeugnis für die Übertragung der höchsten königlichen Macht und der Fürsorge für Russland an die Gottesmutter selbst. Die Ikone der Mutter Gottes „Die Herrschende“ wird als wundertätig verehrt.
Die selige Matrona von Moskau, mit bürgerlichem Namen Matrona Dmitrijewna Nikonowa, wurde 1881 in der Provinz Tula geboren. Das Mädchen war von Geburt an blind. Der Überlieferung zufolge wollten ihre Eltern sie zunächst in einem Waisenhaus unterbringen. Doch ihre Mutter änderte ihre Meinung, nachdem sie einen ungewöhnlichen Traum hatte: Ein weißer Vogel von außergewöhnlicher Schönheit, aber blind, setzte sich auf ihre Brust. Die Lebensbeschreibung berichtet, dass Matrona bereits im Alter von acht Jahren Kranke heilte und die Gabe der Hellseherei besaß. Mit achtzehn Jahren verlor das Mädchen die Gebrauchsfähigkeit ihrer Beine. Ab ihrem fünfundzwanzigsten Lebensjahr lebte Matrona in Moskau. Sie fand Zuflucht bei Freunden und Bekannten. Gläubige strömten zu der Prophetin, um Rat, geistige und körperliche Heilung zu suchen. Es gibt zahlreiche Zeugnisse dafür, wie ihre Gebete den Menschen geholfen haben. Nach dem Tod der Gerechten im Jahr 1952 wurde ihr Grab zu einem Wallfahrtsort. Es war, als hätten sich ihre Worte erfüllt: „Kommt alle zu mir und erzählt mir von euren Sorgen, ich werde euch sehen und hören und euch helfen.“ Die Verehrung der seligen Matrona wuchs, durch Gebete zu ihr geschahen zahlreiche Wunder und Heilungen. Im Jahr 1998 wurden die Reliquien der Alten in das Frauenkloster der Heiligen Schutzmantelmadonna überführt. Im Jahr 2004 wurde Matrona von Moskau zur Heiligen erklärt.
Der heilige Märtyrer Hermogenes, Patriarch von Moskau und ganz Russland, mit bürgerlichem Namen Hermolaus, wurde im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts geboren. Noch als Jugendlicher verließ Hermolaus seine Heimat am Don und ging nach Kasan. Viele Jahre lang diente er in verschiedenen Kirchen der Stadt. Der Priester wurde einer der Augenzeugen der Erscheinung der wundersamen Kazaner Ikone der Mutter Gottes. Da er literarisch begabt war, verfasste er später selbst eine Erzählung über dieses Ereignis. Ende der achtziger Jahre nahm Ermolaï die Mönchsweihe unter dem Namen Ermogen an und wurde bald darauf der erste Metropolit von Kasan. Unter ihm wurden die Reliquien der großen Heiligen von Kasan – der Erzbischöfe Gurij und German sowie des Bischofs Varsonofij – gefunden. Im Jahr 1606 wurde Metropolit Hermogenes zum Patriarchen von Moskau und ganz Russland gewählt. In der Zeit der Wirren widersetzte er sich aktiv den Versuchen, Russland einen fremden Glauben und fremde Herrscher aufzuzwingen. In seinen Botschaften prangerte Hermogenes die Verräter des Vaterlandes an. Im ganzen Land wurden seine Briefe verbreitet, in denen er das Volk aufrief, sich für die Befreiung Moskaus von den Feinden einzusetzen. Der Patriarch wurde im Chudow-Kloster inhaftiert. Aber auch aus dem Gefängnis heraus unterstützte Hermogenes die russische Miliz, die bereits vor den Toren Moskaus stand. Der Heilige starb einen Märtyrertod durch Hunger. Im Jahr 1913 wurde er heiliggesprochen.


