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Frohe Auferstehung Christi. Ostern

Ostern ist einer der wichtigsten orthodoxen Feiertage.

Der freudige Ostergruß „Christus ist auferstanden!“ erklang pünktlich um Mitternacht in unserer Kirche.

Christus wurde gekreuzigt und starb am Kreuz für die Sünden aller Menschen – derer, die seit der Erschaffung der Welt gelebt haben, und derer, die jemals leben werden. Die Gerechten Josef von Arimathäa und Nikodemus – geheime Jünger Christi – nahmen seinen Leib vom Kreuz, legten ihn in ein in den Felsen gehauenes Grab und verschlossen den Eingang zur Höhle mit einem Stein, da bereits der Sabbat, das jüdische Passahfest, begann.

Am frühen Morgen des Tages nach dem Sabbat kamen die Frauen – die Jüngerinnen des Erlösers – zur Höhle, um nach alter Sitte den Leichnam Jesu mit besonderen Begräbnisdüften – Myrrhe – zu salben. Sie sahen, dass der schwere Stein, der den Eingang zur Höhle verschlossen hatte, zur Seite gerollt war, und dass niemand im Grab lag: Sie fanden dort nur die leeren Leichentücher und das Tuch, das das Gesicht Christi bedeckt hatte. Am Ausgang der Höhle begegnete den Myrrhenträgerinnen ein Engel, der ihnen verkündete, dass Christus auferstanden sei!

Christus hat den Tod durch seinen Tod und seine Auferstehung besiegt. Vor dem Kommen des Erlösers waren die Tore des Paradieses verschlossen: Alle Menschen – Sünder wie Gerechte – kamen nach dem Tod in die Unterwelt. Doch als der sündlose Gott den Tod auf sich nahm und in die Hölle hinabstieg, konnte die Hölle ihn nicht festhalten. Christus führte alle Gerechten von dort heraus und öffnete ein für alle Mal die Türen für alle, die ihm nachfolgen wollen.

Der Ostergottesdienst ist der feierlichste aller Liturgien. Fast alle Gebete werden gesungen, und das Fest selbst endet erst eine Woche später, an dem Tag, der der Bekehrung des Apostels Thomas gewidmet ist. Die Osterfeierlichkeiten dauern 40 Tage bis zur Himmelfahrt Christi. Während dieser ganzen Zeit erklingt in der Kirche der feierliche Osterkanon – ein Werk des Ehrwürdigen Johannes von Damaskus –, und viele Gebete werden durch das Singen des Festtropars ersetzt: „Christus ist von den Toten auferstanden, hat durch den Tod den Tod besiegt und den in den Gräbern Schlafenden das Leben geschenkt!“

„Christus ist auferstanden!“ – „Wahrhaftig, er ist auferstanden!“

 

    

 

 

 

 

 

Mariä Verkündigung

Mariä Verkündigung ist einer der zwölf wichtigsten kirchlichen Feiertage, die im Kirchenslawischen als „die Zwölf“ bezeichnet werden. Die Erzählung über dieses Ereignis findet sich im Lukasevangelium. Vor mehr als zweitausend Jahren geschah in der kleinen Stadt Nazareth ein Wunder, das Hunderte von alttestamentarischen Propheten und Gerechten vorhergesagt hatten und auf das Millionen von Menschen gewartet hatten. Die göttliche Natur vereinigte sich mit der menschlichen. Äußerlich sah alles jedoch nicht so monumentaal aus, wenn auch nicht weniger wundersam. In Nazareth lebte die junge, fromme Jungfrau Maria. Zu dieser Zeit war sie verwaist und wurde von einem älteren Witwer, dem Zimmermann Josef, betreut. Nach der Tradition jener Zeit waren sie verlobt. Eines Tages erschien der himmlische Bote, der Erzengel Gabriel, vor der Jungfrau Maria. „Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!“, begrüßte er Maria. Gabriel verkündete ihr, dass sie den Sohn Gottes empfangen und gebären werde, der der Erlöser der Menschheit werden würde. Marias Demut, Gehorsam und Glaube waren so groß, dass sie keinen Augenblick zweifelte. „Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort“, sprach die Allheilige Gottesmutter.

Der Einzug des Herrn in Jerusalem

 Heute gedenkt die Kirche des Einzugs des Herrn in Jerusalem.

Am Vortag vollbrachte der Erlöser ein großes Wunder – er erweckte seinen Freund Lazarus, der bereits seit vier Tagen im Grab lag, zum Leben. Die Nachricht davon verbreitete sich schnell in ganz Judäa. Am nächsten Tag machte sich Christus auf den Weg nach Jerusalem, wo er zusammen mit seinen Jüngern das Passahfest feiern sollte. Eine große Menschenmenge folgte ihm. In ihm sahen sie den verheißenen Messias, den König, den Befreier von der römischen Herrschaft, den großen Lehrer, den Propheten und den Wundertäter.

Das Volk empfing den Erlöser nach den Bräuchen jener Zeit: Man breitete Kleider vor ihm aus, begrüßte ihn mit Palmzweigen und warf diese dem jungen Esel zu Füßen, auf dem er in die Stadt ritt.

Die Kirche feiert diesen Tag feierlich und fröhlich. Die Gläubigen verbinden sich geistig mit den Einwohnern Jerusalems und begrüßen den Herrn – den Sieger über Hölle und Tod.

Doch dieses Fest hat auch eine traurige Seite. Schon in wenigen Tagen werden dieselben Menschen, die heute „Hosanna“ rufen, seine Verurteilung fordern. Der Erlöser selbst weiß um die bevorstehenden Leiden und geht, als er in Jerusalem einzieht, freiwillig dem Kreuz entgegen – einer freiwilligen Passion, wie es in den Gottesdiensttexten heißt.

Das Fest erinnert an die geistliche Verantwortung und ruft in den Tagen der Karwoche zur inneren Besinnung auf die Treue zu Christus auf. Es ist leicht, in der Nähe von Ruhm und Feierlichkeiten zu sein, aber es ist viel schwieriger, in Tagen der Trauer und der Prüfungen treu zu bleiben und Christus nicht durch Worte und Taten im Alltag zu verleugnen.